“Österreich, Deutschland, Schweiz- wer darf was ab wann und wie?“

von | Mai 10, 2020 | GastroNews

Wohl kaum eine andere Branche als unsere ist derzeit unbeständiger. Kompliziert und unübersichtlich werden täglich neue Gesetze erlassen, deren Gültigkeit oft nur von kurzer Dauer ist. Die Regierung äußert sich außerdem kaum zu Sanktionen, die bei Regelverstößen an die Verantwortlichen verhängt werden. Doch was ist der aktuelle Stand in Österreich, Deutschland und der Schweiz?

In Österreich werden alle Lokale (ausgenommen Nachtlokale) ab Freitag den 15. Mai wieder ihre Türen öffnen. Die Regierung gibt Öffnungszeiten von 6:00 Uhr morgens bis 23:00 Uhr abends vor. Gemütliches Austrinken und noch kurz verweilen wird es ab nach Sperrstunde nicht mehr geben.
An einem Tisch dürfen bis zu vier Personen und ihre minderjährigen Kinder Platz nehmen- die Einschränkung gilt jedoch nicht, wenn die Gäste in einem gemeinsamen Haushalt leben, wie zum Beispiel Erwachsene, die bei ihren Eltern wohnen.

Überraschenderweise ist das Küchenpersonal, im Gegensatz zu den Servicekräften, die mit Kunden in Kontakt kommen, nicht verpflichtet, Mund- und Nasenschutz zu tragen, da Lebensmittel nicht als Überträger des Virus gelten.

Die Servicekräfte sind verpflichtet, Mund- und Nasenschutz oder sogenannte Faceshields zu tragen und die Gäste in geschlossenen Räumen zu den Tischen zu begleiten. Verlassen die Gäste das Lokal wieder, so müssen sie dabei einen Meter Abstand zu anderen Personen einhalten.

Es ist wichtig, Salz, Pfeffer und Brotkorb nur auf Anfrage zur Verfügung zu stellen. Dass diese wie gewohnt auf jedem Tisch stehen, ist untersagt.

Weiterhin gilt, dass zur Selbstabholung bestellte Getränke und Speise nicht vor Ort konsumiert werden dürfen.

In Österreich zeigt sich vor allem Kanzler Kurz kooperativ und appelliert an die Vernunft der Gastronomen. In den ersten Tagen sollen noch keine Strafen bei Regelverstößen ausgesprochen werden, sondern Beratung stattfinden. Außerdem wolle man nach einer Lösung für die Branche der Nachtlokale suchen, die das baldige Eröffnen ermöglicht.

 

In Deutschland sind die Regeln unklar. Die einzelnen Bundesländer haben viel Entscheidungsspielraum und sind nicht an eine bundesweite Gesetzgebung gebunden. Es ist daher empfehlenswert, sich genauestens über das eigene Bundesland zu informieren, wenn es um das Datum der Wiedereröffnung geht.

Einheitlich gilt, dass in Deutschland im Gegensatz zu Österreich, Personen aus zwei Haushalten gemeinsam einen Gastronomiebetrieb aufsuchen dürfen.

Die Mehrwertsteuer auf Speisen wird für ein Jahr von 9% auf 7% gesenkt und soll so den Gastronomen finanziell helfen.

In Deutschland ist das Küchenpersonal verpflichtet, Schutzmasken zu tragen.
Es gelten jedoch unterschiedliche Regelungen für die Öffnungszeiten im Innen- und Außenbereich. In Bayern zum Beispiel müssen die Gastgärten verpflichtend um 20:00 Uhr schließen, die Innenbereiche sollen bis 22:00 Uhr geöffnet bleiben.

In Niedersachsen gilt die Regel, dass die Auslastung des Lokals maximal 50% der eigentlichen Gästekapazität betragen darf.

Neben Frühstücksbuffets ist derzeit auch die Inbetriebnahme von Kaffeevollautomaten zur Selbstbedienung untersagt.

In Deutschland ist es oft schwierig zwischen tatsächlichen Gesetzen und Vorschlägen bezüglich der Hygienevorschriften zu unterscheiden. Daher ist es ratsam, sich ausreichend bei verlässlichen Quellen des jeweiligen Bundeslandes zu informieren.

In der Schweiz öffnen bereits am Montag, 11. Mai wieder alle Restaurants- es gelten strengere Regeln als in Österreich und Deutschland.

So ist zwar die Regelung, dass maximal vier Personen oder Eltern mit ihren Kindern an einem Tisch Platz nehmen, ähnlich wie in Österreich, jedoch muss ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen Personengruppen eingehaltne werden. Dies beeinträchtigt den Gastronomen natürlich darin, mehr Umsatz durch die Bewirtung einer höheren Gästeanzahl zu generieren. Diese Regelung kann jedoch durch raumtrennende Elemente umgangen werden. Stehplätze sind nicht erlaubt.

Es wird von der Regierung empfohlen, bei den Gästen Datenerfassung durchzuführen.

In der Schweiz kommt die Regierung den Gastronomen des Landes entgegen, indem sie aufgrund des hohen Sicherheitsabstandes die Erweiterung der Außenflächen der Lokale kostenlos erlauben, insofern die Fläche vor dem Restaurant liegt und benachbarte Eigentümer dem zustimmen.

In Österreich und der Schweiz sind die Regeln relativ klar bundesweit definiert, während die Schweiz etwas mehr Spielraum zulässt, wenn es darum geht, die eigenen Angestellten zu schützen. In Deutschland fällt die Minderung der Mehrwertsteuer positiv auf, jedoch scheint die Eröffnung der Lokale generell nicht durchdacht.

Wir empfehlen daher, sich bei staatlichen Informationsquellen täglich über neue Regelungen zu informieren.

 

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